FÜR MEHR PFERDELIEBE

Hacken tief, Schenkel ran, Hohlkreuz machen und Zügel aufnehmen. Das Pferd (trägt übrigens ein Martingal) rollt ständig die Zunge zur Seite aus dem Maul raus, der Gesichtsausdruck gequält.

 

Manchmal bin ich wirklich fassungslos, wenn andere Reitlehrer parallel bei meinem Unterricht in der Halle sind und ich frage mich dann immer, wollen die das nicht sehen oder seht sie wirklich nicht wie wenig pferdefreundlich das Ganze ist. 

 

Ich muss mich dann immer sehr zusammenreißen nichts zu sagen, aber ich finde es wirklich mehr als erschreckend, was landauf-landab anscheinend als Reitunterricht nach wie vor Standard ist.

 

Ich wünsche mir mehr Pferdebesitzer, Eltern von Reitkindern, die wirklich hinschauen, rein fühlen und vor allem hinterfragen, ob das wirklich pferdefreundlich ist, was da unterrichtet wird, beritten wird, an Ausrüstung ans Pferd dran gepackt wird usw. 

 

Ich sehe in den sozialen Netzwerken zum Beispiel kleine Mädchen auf zugeschnürten Ponies, die unendlich, unfassbar viele Likes und Kommentare bekommen und muss einfach nur den Kopf schütteln über so viel unreflektiertes Verhalten. Sollte da nicht ein Aufschrei losgehen und es kein einziges "Gefällt mir" geben? Ich frage mich wirklich, was in den Köpfen und Herzen der Menschen nicht stimmt. Das haben unsere Pferde nicht verdient! 

Ich bin für mehr Pferdeliebe im gesamten Land und das immer mehr Menschen sich trauen ihrem Gefühl zu vertrauen mit ihrem eigenen Pferd oder beim Zuschauen. Fragen stellen, wenn was unklar ist und Dinge nicht einfach hinnehmen. Hinterfragen, sich wirklich gut weiterbilden und vor allem aufs Herz hören und den Pferden ins Herz und ins Auge schauen. Denn das lügt nie!

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